SSD’s (Solid State Drive) waren bei Markteinführung noch relativ teuer, mittlerweile sind die Preise für diese Art von Festplatten aber gar nicht mehr so hoch. SSD’s versprechen mehr Geschwindigkeit als normale HDD’s (Hard Disk Drive). Die Preisspanne für die gleiche Speicherkapazität (z.B. 258GB) der unterschiedlichen Hersteller ist aber manchmal doch unterschiedlich. Deshalb frage ich mich ob es hierbei nur um die ‘Marke’ geht wofür etwas mehr gezahlt wird oder ob die SSD’s doch einen Unterschied haben.

Es gibt zwei Hauptunterschiede einer SSD – wird diese im Unternehmensserver oder auf dem Desktop-PC / Notebook für Privatleute verwendet. SSD’s für Privatleute (Consumer-SSD) kosten weniger als für Unternehmensserver (Enterprise-SSD), trotz gleicher Speicherkapazität. Beide SSD Typen werden an die SATA 3.0 Schnittstelle angeschlossen um die maximale Performance zu erreichen. Diese liegt bei SATA 3.0 bei ca. 550 MByte/s sequenzielles Lesen, beziehungsweise bei 100.000 IOPS (Input / Output Operations Per Second).

Wieso gibt es dann einen Preisunterschied obwohl die SSD’s im Bestfall nur die vorher genannten Werte erreichen können – egal ob Enterprise-SSD oder Consumer-SSD?

Die Geschwindigkeit einer SSD ist nicht das Hauptmerkmal, zumindest sollte es das bei Unternehmen nicht sein. SSD’s die im Server eingesetzt werden sollten noch andere Eigenschaften besitzen, z.B. lange Lebensdauer und ggf. einen eingebauten Schutz bei Stromausfall. Hier sind die Hauptmerkmale einer SSD und Vorteile einer Enterprise-SSD:

  • Allgemein ist bei einer SSD auf Flash Technologie zu achten: NAND-Flash arbeiten schneller als NOR-Flash.
  • SLC (Single Level Cell – speichert 1 Bit) arbeitet am schnellsten gefolgt von MLC (Multi Level Cell – speichert 2 Bit’s). TLC (Triple Level Cell – speichert 3 Bit’s) arbeitet am langsamsten.
  • Lebensdauer: Hier kommt es auf die eingesetzte Flash-Technologie an. Zum Verständnis: SLC hat zwei Ladungszustände, MLC vier und TLC acht. Die Spannung der Speicherzellen ist beim Schreiben bei jeder Flash-Technologie gleich. Bei TLC müssen bei einem Schreibvorgang bis zu acht Spannungen angelegt werden, bei MLC bis zu vier und bei SLC nur bis zu zwei. Bei jeder angelegten Spannung kommt es auf der SSD zu Abnutzungen der Isolationssicht der Speicherzellen und somit auch zu einer geringeren Lebensdauer. Die SLC Technologie hält also am längsten. Die Lebenserwartung wird allerdings bei Hersteller oft mit dem Wert MTTF (Mean Time To Failure) angegeben. Dieser liegt (nach Herstellerangaben) bei Consumer-SSD’s bei 1 und 1,5 Millionen Stunden und bei Enterprise-SSD’s bei 2 Millionen Stunden. Bessere Anhaltspunkte für die Lebenserwartung bieten allerdings die Werte TBW (Terabytes Written) und DWPD (Drive Writes Per Day). TBW ist die garantierte Schreibleistung einer SSD. DWPD beschreibt den Wert wie oft die SSD am Tag komplett überschrieben werden kann. Hier ist der Hauptunterschied zwischen Enterprise-SSD’s und Consumer-SSD’s. TBW und DWPD sind bei Enterprise-SSD höher als bei Consumer-SSD’s.
  • Schreibgeschwindigkeit: Je größer die SSD, desto schneller arbeitet sie – diesen Satz hört man oft, aber was steckt dahinter? SSD arbeiten mit verbauten NAND-Modulen und können so über mehrere Kanäle den verbauten Controller ansprechen. Je größer das einzelne Modul ist, desto größer fällt die Gesamtkapazität aus und mehr Module sind verbaut. Je mehr Module verbaut sind desto mehr Kanäle können verwendet werden, was die Geschwindigkeit steigert. Das ist vor allem bei den Schreibvorgängen einer SSD deutlich bemerkbar. Wenn auf der SSD also viele Daten liegen und somit viel Speicherplatz aufgebraucht ist, verringern sich die Schreibwerte und die SSD arbeitet damit automatisch nicht mehr so schnell wie zu beginn.
  • Garantie: Consumer-SSD besitzen oft 3 Jahre Herstellergarantie, Enterprise-SSD bis zu 5 Jahren. Bei Unternehmen ein riesen Vorteil!
  • DRAM-Cache steigert nochmal die Geschwindigkeit der SSD. Alle Daten werden dort zwischengespeichert und können somit schneller verarbeitet werden. Je größer der DRAM-Cache ist, desto mehr Geschwindigkeitsschub bringt er. Allerdings sind im Falle eines Stromausfallens alle zwischengespeicherte Daten verloren! Enterprise-SSD’s haben deshalb oft einen integrierten Kondensator, der bei Stromausfall die zwischengespeicherten Daten auf die SSD überträgt.

Unterm Strich besitzt eine Enterprise-SSD die bessere Technik, bzw. mehr nützliche Eigenschaften im Serverbetrieb. Die Eigenschaften sind aber für Privatleute nicht so wichtig, deshalb kann die SSD ‘günstiger’ verkauft werden, da einige Funktionen fehlen.